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Politischer Frühschoppen in Hörpolding mit Bayernpartei und Freien Wählern

Politischer Frühschoppen in Hörpolding mit Bayernpartei und Freien Wählern

4. Oktober 2018

Zum Foto: Kreisrat und Organisator Markus Schupfner (vorne von links/Bayernpartei-Direktkandidat für den Landtag/Stimmkreis Traunstein), Gastredner Mario Schmidbauer (Bayernpartei-Stadtrat in München), FW/UW-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Dr. Lothar Seissiger (FW-Direktkandidat für den Landtag/Stimmkreis Traunstein) und Konrad Baueregger (Bayernpartei-Direktkandidat für den Landtag/Stimmkreis Berchtesgadener Land). Im Hintergrund Kreisrat Alfons Baumgartner (Bayernpartei-Listenkandidat für den Landtag und -Direktkandidat für den Bezirkstag/Stimmkreis Berchtesgadener Land).

Kitas, Bildung, Ausbildung und Mindestrente – Optimismus vor den Wahlen

Traunreut. Einen gut besuchten öffentlichen politischen Frühschoppen veranstalteten die Bayernpartei und die Freien Wähler im Gasthaus Namberger in Hörpolding. Drei Wochen vor den Landtags- und Bezirkswahlen am 14. Oktober wurde ausgiebig über gesellschaftspolitische Themen diskutiert, die den Bürgern auf den Nägeln brennen. Ein Heimspiel hatte dabei Bayernpartei-Kreisrat Markus Schupfner, der Hörpolding unter Applaus als „Hochburg der Bayernpartei“ bezeichnete. Da die CSU schwächele und die AfD zulege, müssten Bayernpartei und Freie Wähler den Bürgern „eine konservative Alternative und Perspektive“ aufzeigen. Seit Jahren arbeite man mit den Freien und Unabhängigen Wählern im Kreistag gut zusammen und halte auch gemeinsame Fraktionssitzungen ab, dennoch gebe es auch „inhaltliche Differenzen“, so Schupfner, der als Bayernpartei-Direktkandidat beziehungsweise über die Obernbayernliste in den Landtag einziehen möchte.

Mit den Worten „das geht gar nicht“ kommentierte Schreinermeister Schupfner die Forderung der Freien Wähler nach kostenfreien Kitas. Die Mütter seien bei der Kinderbetreuung gerade in den ersten Jahren ganz wichtig. Zudem verwies er auf die einmalige Prägung, die die Kinder in der Familie erfahren. Damit dies aber auch funktioniere, „müssen die Mütter, die zuhause bleiben, finanziell unterstützt werden“, forderte Schupfner. Unterstützung bekam er von Kreisbauernobmann Sebastian Siglreithmayer. Das traditionelle Familienbild sei zwar wünschenswert, „doch die Realität sieht heute oft anders aus“, so der FW/UW-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Dr. med. Lothar Seissiger, der als FW-Direktkandidat für den Landtag antritt. Auch im Landkreis Traunstein käme ein beachtlicher Teil der Kinder aus alleinstehenden Familienverhältnissen und da sei es wichtig, dass die Mutter beziehungsweise der Vater arbeiten gehe, um nicht die Sozialsysteme zu belasten. Weitere Kita-Plätze sollten aus Kostengründen nur dort geschaffen werden, wo wirklich Bedarf sei, so Seissiger. Ein Problem sei, dass der Schichtdienst der Eltern oft vor Öffnung der Kitas beginne. In München müssten meist beide Elternteile arbeiten, weil sie sich sonst ihre Wohnung gar nicht mehr leisten könnten, gab der Münchner Bayernpartei-Stadtrat Mario Schmidbauer zu bedenken.

Eine Lanze brach Schupfner für die Mindestrente, denn es könne nicht sein, „dass Leute, die 30, 35 oder 40 Jahre gearbeitet haben, am Ende mit 800 Euro abgespeist werden“. Er kenne einen Mann, der 47 Jahre gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt habe, aber nur 1300 Euro Rente beziehe, von der er noch dazu 250 Euro an seine geschiedene Frau abtreten müsse, erzählte Seissiger und schob hinterher: „Das ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel“. „Wir reden über arme Rentner, dabei sind die Kassen voll“, wunderte sich Schmidbauer. Ein offenes Geheimnis sei es, so Seissiger, dass es Leute gebe, die mit Hilfe der Sozialsysteme besser leben könnten, als Geringverdiener, die keine Sozialleistungen bekämen. Das sei nicht immer gerecht, war man sich einig. Man dürfe nicht immer nur auf den Staat und dessen Unterstützungsleistungen vertrauen, appellierte der Landtags-Direktkandidat der Bayernpartei im Stimmkreis Berchtesgadener Land Konrad Baueregger an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger. Anstatt nur die Symptome zu behandeln, müsse man auch in der Politik viel mehr an die Ursachen der Probleme herangehen, so Baueregger.

Seissiger zufolge müsse der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) viel besser an die Bedürfnisse der Bürger angepasst werden, das marode Straßennetz saniert und der Pflegenotstand dringend gelöst werden. Das duale Bildungssystem gehöre in der Schule verankert, denn man brauche nicht nur Theoretiker, sondern auch Praktiker. In Österreich könnten Gymnasiasten begleitend eine praktische Berufsausbildung machen. Zudem gelte es im Unterricht wieder mehr Wert auf Alltagskompetenzen und Allgemeinbildung zu legen, so Seissiger. Schüler sollten erst einmal richtig Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, mahnte Hans Schupfner an. Sepp Sieber junior beschwerte sich über zu große Klassen und den Lehrermangel. „Kinder sind unsere Zukunft, die unsere Renten bezahlen“, so der flammende Appell von Seissiger. Was die Reizüberflutung der Jugend durch Fernsehen und PC anbelange, bleibe einem oft nichts anderes übrig, als „die Sicherung raus zu tun“, so Alfons Baumgartner, Kreisrat und Bayernpartei-Listenkandidat für den Landtag und -Direktkandidat für den Bezirkstag (Stimmkreis Berchtesgadener Land).

Die Bayernpartei sei entschieden gegen illegale Migration, denn „wir können nicht alle Probleme dieser Welt lösen“, stellte Ex-CSU-Politiker Schmidbauer klar. Bayernpartei-Kreisrat Andreas Holzner bezeichnete die Asylpolitik der AfD und der Grünen als „herzlos“ beziehungsweise „hirnlos“ und sprach sich dafür aus, unberechtigte und straffällige Asylanten schnell und unbürokratisch abzuschieben. Alfons Baumgartner hielt hier die „christliche Einstellung“ seiner Partei hoch. Baueregger erinnerte an den beachtlichen innerdeutschen Zuzug ins „begehrte Einwanderungsland Bayern“ und dass der Flächenverbauch deswegen deutlich höher sei als im restlichen Deutschland. Das könne so in Zukunft nicht weitergehen.

„Idealismus hat in der Politik keinen Platz“, so Schmidbauer. Man sehe sich als Bayernpartei zwar nach wie vor als „Separatisten“ mit dem langfristigen Ziel einer Abspaltung von Deutschland, doch gelte es sich aktuell um die Probleme, Sorgen und Nöte der Menschen zu kümmern. Die Bayernpartei könne mit ihren Themen politikverdrossene Bürger auffangen und mitnehmen. Ärgerlich sei, dass man bei der Berichterstattung in den Medien oft ignoriert werde, so Schmidbauer. Seissiger betonte, dass man als Freie Wähler den Wahlkampf aus eigenen Mitteln finanziere und nicht wie die großen Parteien aus Steuergeldern.

Der Bayernpartei seine Stimme zu geben sei „keine verlorene Stimme“, betonte Markus Schupfner und verwies auf die Besonderheiten des bayerischen Wahlrechts sowie auf Umfragen, die die Bayernpartei sogar über der Fünf-Prozent-Hürde sehen. In der Vergangenheit hätten die „Sonstigen“ zudem oft viel stärker abgeschnitten als prognostiziert. Was die Anzahl der Follower und Zugriffszahlen in den Sozialen Netzwerken anbelange, stehe man auf dem dritten Platz aller in Bayern vertretenen Parteien, betonte Schupfner und berief sich dabei auf seinen Landesvorsitzenden Florian Weber. Für die Freien Wähler gab sich Dr. Lothar Seissiger mit Blick auf die anstehenden Wahlen sehr zuversichtlich. mmü